Europa-Tag: Grenzenlos arbeiten?! - Arbeitsmärkte in Europa

May 2017
Autor: Carola Schneider


Am 9. Mai 1950 schlug der damalige französische Außenminister vor, in Europa eine Produktionsgemeinschaft für Kohle und Stahl zu schaffen. Daraus ging die „Montan-Union“ hervor, die den Grundstein der heutigen Europäischen Union bildet. Deshalb wird seit 1985 am 9. Mai der Europatag gefeiert.


Mehr als 210 Millionen Beschäftigte in Europa

Weit mehr als eine Vereinigung wirtschaftlicher Interessen ist die EU heutzutage. Sie gibt ihren Bürgern die Möglichkeit, grenzenlos zu wohnen, zu reisen und auch zu arbeiten. Mit über 210 Millionen Erwerbstätigen zählt sie zu den größten zusammenhängenden Arbeitsmärkten der Welt.

Aber: Wo arbeitet es sich wie? Welche Berufe sind in welchen Ländern gefragt? In welchen Ländern kann man die berufliche Zukunft planen?

Skandinavien ist attraktiv

Die skandinavischen Länder ziehen vor allem hoch qualifizierte Experten an: sie punkten mit ihrer Familienfreundlichkeit und mit durchgängig guten Noten bei der Zahl der Erwerbstätigen und einer niedrigen Arbeitslosenquote.

Auch in Sachen flexibler Beschäftigung sind sie an der Spitze: rund ein Viertel der Schweden und Dänen arbeiten regelmäßig im Home Office, noch mehr sind es nur in Island (rund 30 Prozent).

Tschechien mit geringster Arbeitslosenquote

Den geringsten Anteil an Arbeitslosen hat mit einer Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent (Februar 2017) Tschechien. Auch in Sachen Jugendarbeitslosigkeit liegt Tschechien an der Spitze, und zwar auf Platz 2 gleich nach Deutschland. Beim Thema Jobsicherheit zeigt sich Tschechien ebenfalls sehr arbeitnehmerfreundlich mit zwei Monaten gesetzlicher Kündigungsfrist.

Europas beste Universität in Großbritannien

Im „Noch-EU-Land“ Großbritannien hingegen zeigt sich ein gegensätzliches Bild: Die gesetzliche Kündigungsfrist liegt hier nur bei einer Woche – ebenso wie im benachbarten Irland. Dafür dürfen sich Arbeitnehmer dort aber über satte 28 Tage gesetzlichen Urlaubsanspruch freuen: Spitzenposition in Europa! Dafür haben die Briten aber nur 8 gesetzliche Feiertage – auch eine Art von Rekord. 

„Ebenfalls“ führend ist Großbritannien im aktuellen Universitäts-Ranking. Als beste Universität in Europa gilt die University of Oxford, übrigens die beste deutsche Uni ist auf Platz 10 die LMU in München.





Deutschland mit geringster Jugendarbeitslosigkeit

Da wundert es auch nicht, dass Deutschland das beliebteste Land ausländischer Studierender in Europa ist. Rund 340.000 ausländische Studenten werden verzeichnet.

Sicher auch die hervorragenden Jobaussichten locken die jungen Akademiker zu uns: Bei der Jugendarbeitslosigkeit nimmt Deutschland mit 6,7 Prozent den Spitzenplatz ein.

Negativ-Rekorde in Südeuropa 

Ganz anders leider in Griechenland (48 Prozent), Spanien (40,5 Prozent) und Italien (34,1 Prozent) – unsere südlichen Länder führen immer noch die Negativliste in Sachen Jugendarbeitslosigkeit an. Nicht viel besser sieht es auch bei der Arbeitslosenquote insgesamt aus – hier liegt mit 23,1 Prozent der Negativrekord bei Griechenland.

Aus Arbeitnehmersicht ebenfalls einen negativen Spitzenplatz nimmt Spanien in Sachen Jobsicherheit ein: Rund ein Viertel der Beschäftigten dort haben befristete Arbeitsverträge – zum Vergleich: im EU-Schnitt sind es nur 14 Prozent.

Schweizer Jobparadies?!

Nicht in der EU, aber ebenfalls mitten in Europa liegt die Schweiz: Vermeintliches Paradies für Ingenieure, technische Fachkräfte, aber zum Beispiel auch in der Hotellerie und Gastronomie.

Das zeigt auch die seit Jahren geringe Arbeitslosenquote und der Anteil ausländischer Beschäftigter: von den über 5 Millionen Erwerbstätigen sind rund 30 Prozent Ausländer - inklusive der Grenzgänger vor allem auch aus Deutschland.

 

Einigkeit in Europa

Übrigens, in einem auf jeden Fall sind sich die Europäer einig, dem „beliebtesten“ Berufsstand: Die höchsten Vertrauenswerte verzeichnen in allen Ländern die Feuerwehrleute, gefolgt von Krankenschwestern / Krankenpflegern bzw. Sanitätern (wechselnd auf Platz 2 bzw. 3).

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