Google for Jobs vs. Facebook Jobs

Mai 2019
Autor: Carola Schneider


Im Mai 2019 ist es soweit: Die unter Experten lang erwartete deutsche Markteinführung von "Google for Jobs" (oder der Google Cloud Talent Solution, wie es offiziell heißt). Bereits seit 2017 ist der Suchmaschinenriese mit seinem Job Widget in den Vereinigten Staaten aktiv, nach und nach wurden weitere Länder hinzu genommen, darunter UK und Südamerika. Nach Recherchen von Personalmarketing 2Null ist Google for Jobs inzwischen in rund 100 Ländern auf dem Markt. In Deutschland mehrten sich bereits seit Sommer 2018 die Gerüchte über die baldige Einführung. Mitte März haben die ersten eingeloggten User dann tatsächlich Google for Jobs für deutsche Suchanfragen gesichtet, zwei Monate später wurde es deutschlandweit ausgerollt.

Google for Jobs - Darstellung SuchergebnisseWas ist Google for Jobs?

Google for Jobs ist eine kurze Darstellung von Stellen direkt auf der Google Ergebnis Seite. Ähnlich ist es Nutzern vor allem aus dem Tourismusbereich zum Beispiel bei der Suche nach Flügen oder Hotels bereits bekannt. Der Nutzer muss dann nicht mehr zwingend auf einzelne Jobboards, sei es von Jobbörsen oder von Karriereseiten von Unternehmen, sondern bekommt alles direkt angezeigt in Google.

Welche Auswirkungen hat das für Unternehmen auf Mitarbeitersuche?

Zunächst bedeutet es für Unternehmen, dass die technischen Anforderungen in der Rekrutierung steigen. Stellenanzeigen können auf Google for Jobs nämlich nicht wie auf klassischen Börsen gebucht werden, sondern müssen von Google gefunden werden.

Wer eine eigene Karriereseite betreibt, ist dringend angeraten, zu prüfen, ob sie technisch bereit ist für die Ausspielung der Stellen auf Google for Jobs. Der Internetkonzern stellt nämlich, wie nicht anders zu erwarten, ganz klare Anforderungen auf, wie eine Stelle aussehen muss ("strukturierte Daten"). Sollte mit einem Rekrutierungstool zusammen gearbeitet werden, ist eine schnelle Prüfung ebenfalls empfehlenswert.

Unter diesem Link können Sie die Struktur und Darstellung Ihrer Stellen prüfen - einfach den Link zu einer Ihrer derzeitigen Stellen einfügen: https://search.google.com/structured-data/testing-tool

Hinweis: Sollte der Link oben rechts nicht als "Job Posting" erkannt werden oder Fehlermeldungen dargestellt werden, ist prinzipiell die Struktur der Daten nicht bereit für Google for Jobs. Sollten Warnungen angezeigt werden, handelt es sich meist um Inhalte in den Stellenanzeigen, die Google sich wünscht, aber derzeit nicht enthalten sind.

Kurzansicht für eine Stelle in GoogleAuch wenn die Stellen korrekt und strukturiert sind, muss eine Indexierung bei Google erfolgen, d.h. Google muss die Seite mit den veröffentlichten Stellen (regelmäßig genug) besuchen, um diese dort zu entdecken. Das dürfte auch der Grund sein, warum derzeit sehr viel häufiger als über die eigene Karriereseite Google die Stellen des eigenen Unternehmens über Partnerseiten finden, allen voran über große Player wie LinkedIn oder XING, aber auch zahlreiche Jobsuchmaschinen. Diese setzen die von Google geforderten strukturierten Daten ein und werden auch aufgrund des hohen Stellenvolumens regelmäßig von Google „besucht“. Wer also in der Rekrutierung noch kein effizientes Multi Channel Posting nutzt, sollte spätestens jetzt darüber nachdenken. Übrigens: Nicht alle Premium-Jobbörsen und auch Suchmaschinen setzen automatisch auf "Google for Jobs" - fragen Sie also bei Ihren Partnern nach.

Neben den technischen Anforderungen, damit die Stellen überhaupt gelistet werden, wird Google durch Google for Jobs sicher auch die Transparenz auf dem Bewerbermarkt nochmal deutlich erhöhen. Der Arbeitsweg und das Gehalt sind nur zwei der Punkte, die in der Stellen-Kurzansicht direkt in Google angezeigt werden - sofern man sie denn pflegt. Tut man das nicht, ist davon auszugehen, dass Google vermutlich unvollständige Stellen schlechter listen wird. Nur eines bleibt dann doch außerhalb von Google: Die Bewerbung selbst - hierfür wird von Google auf die Jobportale und die Karriereseite weitergeleitet, auf der die Stelle gefunden wurde.

Facebook Jobs - eine neue Stellenbörse?

Einen Schritt weiter geht da der IT-Konzern Facebook, der seit letztem Jahr ebenfalls im deutschen Rekrutierungsmarkt mitmischt. Genau ein Jahr vor Google, im Mai 2018, hat Facebook sein neues Produkt Facebook Jobs gelauncht.

Der gravierende Unterschied: Facebook wird hier quasi selbst zur Jobbörse, Stellen werden direkt in Facebook erstellt, verbreitet und Facebook Nutzer können sich sogar direkt in Facebook auf die Stellen bewerben.

Was bedeutet Facebook Jobs für Personaler und Rekruter?

Der Kanal Facebook wird jenseits klassischer Recruiting-Kampagnen noch interessanter. Während bei Anzeigenkampagnen in Facebook oft auch die latent Wechselwilligen angesprochen werden, werden mit Facebook Jobs ganz klar jetzt auch aktiv Suchende adressiert.

Facebook Jobs: Stellenanzeige erstellenVor allem im gewerblichen Bereich, im Handwerk, im Office Bereich und bei Studijobs oder Minjobs konnten wir bei SYNERGIE in den letzten Monaten gute Ergebnisse mit Facebook Jobs verzeichnen. Auch wenn die Möglichkeiten noch ziemlich rudimentär sind (z.B. keine Angabe von Tätigkeitsbereich, Branche und gewünschter Ausbildung möglich), scheint besonders die schnelle "Bewerbung" (die meist eher eine Kontaktaufnahme ist mangels aussagekräftiger Daten) potenzielle Bewerber anzusprechen. Die mögliche Angabe von zusätzlichen kurzen Fragen erhöhen außerdem nach unserer Erfahrung die Ernsthaftigkeit der Bewerbung und vereinfachen den folgenden Prozess.

Voraussetzung für die Nutzung von Facebook Jobs ist eine Facebook-Seite des jeweiligen Unternehmens. Besonders Unternehmen, die entweder noch keine eigene Facebook Seite haben oder bei denen Karrierethemen bisher dort keine Rolle spielen und die Facebook-Seite fest in Marketing- und nicht Rekruter-Hand ist, sollten umdenken. Denn rund 33 Mio. deutsche Nutzer in Facebook sind ein immenses Potenzial.

Und wer setzt sich durch? Facebook vs. Google?

Eines ist sicher: Wann immer die beiden Konzerne etwas in Angriff nehmen, haben sie eine unglaubliche Marktmacht dahinter. Aktuell sind sowohl Google for Jobs als auch Facebook Jobs kostenfrei, es ist aber davon auszugehen, dass hier früher oder später ein entsprechendes Erlösmodell dahinter gesetzt wird.

Rekruter sind also aus unserer Sicht angeraten, beide Möglichkeiten zu nutzen - ohne die bisher "klassischen" Rekrutierungskanäle zu vernachlässigen.

 

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