Internationales Meeting - Einblicke aus den anderen 15 SYNERGIE-Länder im Interview mit Nicole Munk

März 2019
Autor: Carola Schneider


Nicole Munk SYNERGIE GeschäftsführerinDie Geschäftsführer aus den 16 SYNERGIE-Ländern trafen sich letzte Woche zum internationalen Meeting in Deutschland. Zweimal im Jahr tauschen sie sich zusammen mit den Vertretern der SYNERGIE-Gruppe Frankreich zu aktuellen Themen aus.

Mit dabei, dieses Jahr sowohl als Gastgeberin als auch Teilnehmerin, war Nicole Munk, Geschäftsführerin der deutschen SYNERGIE. Wir haben uns mit ihr unterhalten und spannende Einblicke bekommen.

Internationales Meeting der SYNERGIE-Gruppe

Nicole Munk, wie dürfen wir uns so ein internationales Meeting vorstellen? Was passiert da?

Die Treffen finden regelmäßig zweimal im Jahr an wechselnden Orten statt, um sich über den aktuellen Stand in der Gruppe, Strategien in der Rekrutierung, große überregionale Kundenunternehmen, aber auch Umsatzziele und sonstige Entwicklungen auszutauschen.

Einen großen Raum nehmen dabei auch immer die Best-Practice-Beispiele aus den einzelnen Ländern und eben der persönliche Austausch miteinander ein. 

Frau Munk, Deutschland ist ja seit 2011 Teil der SYNERGIE-Gruppe als fünftgrößtem Personalexperten in Europa. Plaudern Sie ein bisschen aus dem Nähkästchen: Was hat sich so verändert in den letzten fast acht Jahren?

Als wir Teil der Gruppe wurden, waren die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern sehr viel stärker. Innerhalb der Gruppe wird bei uns grob in Nord- und Süd-Europa unterschieden, wir Deutschen gehören dabei zu Nord-Europa. In den ersten Jahren war ganz klar spürbar, dass Nord-Europa, also neben uns zum Beispiel die Beneluxstaaten wirtschaftlich stark aufgestellt sind. Es gab und gibt dort viele mittelständische Unternehmen, eine starke Industrie, die Länder hatten sich schneller von der Wirtschaftskrise 2008/2009 erholt und es war schon damals ein deutlicher Fach- und Arbeitskräftebedarf spürbar.

Entwicklung der Arbeitslosenquote in ausgewählten europäischen Ländern 2008 bis 2018Währenddessen war vor allem im Süden, in Spanien, Italien aber auch Frankreich, die Arbeitslosigkeit noch hoch, ganz besonders bei den Jugendlichen.

Das hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt: die Arbeitslosigkeit In den südlichen Ländern ist deutlich zurückgegangen, auch dort sind inzwischen Spezialisten in vielen Bereichen rar. Der „Run“ von engagierten Bewerbern beispielsweise auf Deutschland ist längst nicht mehr so stark.

Darüber hinaus haben sich auch weitere, eher praktische Dinge in der SYNERGIE-Gruppe getan? 

Das stimmt. Deutschland war 2011 das 15. Land, in dem die Gruppe aktiv wurde. Zwischenzeitlich kam "Nummer 16" hinzu: Österreich. Wir haben jetzt also weitere deutschsprachige Kollegen mit unseren Nachbarn dazugewonnen. Der Anteil des internationalen Geschäfts in der Gruppe beträgt zwischenzeitlich mehr als 50 Prozent. Außerdem bekam die Gruppe jüngst im 50. Jahr ihres Bestehens die Erlaubnis in China zu starten. 

Was über die Jahre in so ziemlich allen Ländern spürbar ist, ist die zunehmende Digitalisierung. Die beschäftigt nicht nur uns in Deutschland, sondern verändert in allen Ländern die internen Abläufe aber auch die Zusammenarbeit mit Bewerbern und Kundenunternehmen. Was sich nach wie vor stark unterscheidet, sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Hier sind wir in Deutschland - gerade im Bereich Arbeitnehmerüberlassung - deutlich stärker reglementiert als viele andere Länder.

Frau Munk, Sie waren selbst schon als Teilnehmer auf zahlreichen internationalen Meetings dabei, dieses Jahr dann als Gastgeber. Wie eng ist denn der Kontakt zu den Kollegen?

Die Geschäftsführer und zentralen Vertreter der SYNERGIE-Gruppe beim internationalen Meeting in DeutschlandSo pathetisch das jetzt auch klingen mag: Die Meetings sind ein bisschen wie ein Familientreffen. Die meisten Kollegen sind über viele Jahre konstant in der Geschäftsführung des jeweiligen Landes. Darauf legt SYNERGIE auch großen Wert - auf Kontinuität, Loyalität und langfristige Zusammenarbeit.

Mit vielen Kollegen stehe ich auch unterjährig - mal mehr, mal weniger eng - im Austausch, am engsten natürlich mit unseren französischen Ansprechpartnern in der Unternehmenszentrale in Paris und der Direktion für internationale Entwicklung in Lyon. Deshalb freue ich mich immer sehr, alle persönlich zu treffen, auch wenn es jedes Mal sehr intensive und arbeitsreiche Tage sind.

Frau Munk, was war Ihr Highlight während dieses Meetings?

Das ist wirklich schwer zu sagen. Aber ich möchte gerne einige ganz unterschiedliche Beispiele geben, die mich bei der Arbeit der Kollegen sehr beeindruckt haben.

Vor ziemlich genau einem Jahr kam unsere Marketingleiterin von der Rekrutierungsmesse „TalentPro" in München zurück und berichtete von "Robot Vera", die komplett autonom, eben als Roboter, telefonische Kurzinterviews mit Bewerbern durchführt. Für uns definitiv ein interessantes Zukunftsszenario, aber bei weitem noch keine Realität. Bei unserem internationalen Meeting berichtete jetzt mein belgischer Kollege von deren KI gestütztem Callcenter: ein Roboter gleicht automatisiert die Lebensläufe vorhandener Kandidaten mit den bestehenden Stellen ab. Bei einer hohen Übereinstimmung ruft er selbstständig die infrage kommenden Kandidaten an. Sofern diese telefonisch erreichbar sind, werden sie für ein Kurzinterview an einen Personalberater durchgestellt. Andernfalls informiert der Roboter per Nachricht auf dem Anrufbeantworter grob über die passende Stelle und bittet um entsprechenden Rückruf. Eine aus meiner Sicht beeindruckende zukunftsträchtige Lösung, da sie effizienter gestaltbare Prozesse automatisiert, aber trotzdem den Mensch im Mittelpunkt lässt, wie es im Personalbereich wesentlich ist.

Ein weiteres, gänzlich anderes Beispiel: Die Kollegen in Frankreich haben eine etwas andere Art des „Speed“-Dating für Bewerber und Arbeitgeber veranstaltet. Tatsächlich konnten sich beide Seiten zunächst im Rahmen eines Sport-Trainings in einem Stadion des lokalen Leichtathletik-Verbands kennenlernen, um anschließend Details zu Vakanzen, Unternehmen und Lebenslauf der anwesenden Kandidaten zu besprechen. Also eine Art „Recutainment“ - also die Kombination aus Rekrutierung und Entertainment - wie sie auch in Deutschland immer mehr zunimmt. 

Die Summe an Einzelmaßnahmen ist jedenfalls beeindruckend: Während die Kollegen in Italien sich auf den Aero-Bereich und die Luftfahrtindustrie spezialisieren, haben die Spanier ein spezielles Schulungsprogramm für die Logistik-Branche entwickelt. Das Team in Großbritannien sieht sich hingegen im Brexit-Jahr der großflächigen Abwanderung ausländischer Arbeitskräfte und einer ungewissen wirtschaftlichen Zukunft gegenüber.

Gibt es denn auch etwas, das alle SYNERGIE-Länder gemeinsam haben, Frau Munk?

Entwicklung der Arbeitslosenquote in Europa 2008 - 2018Bei all den Unterschieden würde ich sagen, dass sich in den meisten Ländern inzwischen der Arbeitsmarkt hin zum Bewerbermarkt entwickelt hat. In einigen Ländern wie Deutschland gilt dies fast quer durch alle Branchen, Qualifikationen und Regionen. In anderen Ländern ist es eher ein Fachkräftemangel, der sich auf sehr gut ausgebildete, erfahrene Experten beschränkt.

Überall aber hat das Werben um die besten Mitarbeiter begonnen und die Unternehmen rücken die Beschäftigten in den Mittelpunkt, entwickeln ihre Arbeitgebermarke und ihre Rekrutierung fort.

Um hier ein qualifizierter Ansprechpartner für Unternehmen, aber auch ein Karrieremanager auf Augenhöhe für gut ausgebildete Wechselwillige zu sein, hat SYNERGIE im letzten Jahr länderübergreifend die Marke S&you gestartet. Konzepte zu diesem Thema standen weit oben auf der Agenda und auch wir in Deutschland haben hier im Lauf des Jahres noch einiges vor.

Vielen Dank, Frau Munk, für die interessanten Einblicke - wir sind gespannt, was sich in den nächsten Monaten entwickeln wird.

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