Mehr Lohn für Projektmitarbeiter seit April - Fakten & Vorurteile zur Bezahlung in der Zeitarbeit

April 2019
Autor: Carola Schneider


Während ab heute die Lohnabrechnungen für den März unseren Projektmitarbeitern in den über 30 Niederlassungen zum Download bereit stehen, arbeiten die meisten eben dieser Kollegen schon seit Anfang April für mehr Lohn. 

"Ich freue mich sehr, dass zum einen mit einer Tariflohnerhöhung die tolle Arbeit unserer Kollegen in den Unternehmen vor Ort auch finanziell honoriert wird", so SYNERGIE-Geschäftsführerin Nicole Munk. "Besonders bedanken möchte ich mich aber auch bei unseren Kundenunternehmen, die den Einsatz unserer Mitarbeiter zu schätzen wissen und diese Lohnerhöhung mittragen."

Zum ersten April stand erneut eine Tariferhöhung an über im Schnitt 3,2 Prozent für die in Westdeutschland in der Arbeitnehmerüberlassung eingesetzten Projektmitarbeiter. In Ostdeutschland wurde der Lohn laut iGZ-DGB-Tarifvertrag für un- und angelernte Mitarbeiter bereits im Januar angehoben, ausgebildete Fachkräfte und Akademiker profitieren wie ihre Kollegen im Westen ebenfalls seit April von gestiegenen Tariflöhnen.

"Ich wünsche mir sehr, dass die guten Verdienstmöglichkeiten in der Arbeitnehmerüberlassung auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden und wir somit auch attraktiv für Bewerber verschiedener Branchen und Qualifikationen sind", so Nicole Munk weiter.

Wir nutzen diese Tariferhöhung deshalb, um mit einigen gängigen Vorurteilen aufzuräumen und Fragen zur Bezahlung in der Arbeitnehmerüberlassung zu beantworten:

 

Vorurteil 1: "In der Zeitarbeit bekommt man doch nicht mal den Mindestlohn."

Entwicklung Mindestlohn und Lohn Zeitarbeit 2018 und 2019FALSCH! Die in Deutschland allgemeinverbindliche Lohnuntergrenze liegt 2019 bei 9,19 Euro Stundenlohn. Ungelernte Projektmitarbeiter erhalten in der Zeitarbeit derzeit mindestens 9,79 Euro (Westdeutschland) und 9,49 Euro (Ostdeutschland) - ab 01.10.2019 9,96 bzw. 9,66 Euro, also deutlich mehr. Das ist übrigens schon seit der Einführung der Mindestlöhne in Deutschland so.

Und übrigens: Die hier genannten Stundenlöhne sind natürlich nur die niedrigsten Löhne für ungelernte Projektmitarbeiter. Auch in der Zeitarbeit hängt die Entlohnung selbstverständlich in erster Linie von der Qualifikation ab. Nachzulesen ganz transparent hier in unserem Tarifvertrag...

 

Vorurteil 2: "Als Zeitarbeitnehmer verdient man immer schlechter als in anderen Unternehmen."

VÖLLIG FALSCH! Richtig ist sogar das Gegenteil: Es ist gesetzlich festgelegt, dass Projektmitarbeiter in der Arbeitnehmerüberlassung nach einer gewissen Projektdauer das gleiche verdienen wie vergleichbare Kollegen in der Stammbelegschaft (Stichwort: "equal pay").

Wie funktioniert das? Es gibt zahlreiche Branchen, in denen die Arbeitgeberverbände der Zeitarbeit mit den Gewerkschaften eine stufenweise Lohnangleichung vereinbart haben, die sogenannten "Branchenzuschläge". Da gibt es einen prozentualen Aufschlag auf den Grundlohn - erstmals nach 4 bzw. 6 Wochen Projektdauer, weitere nach 3, 5, 7, 9 und schließlich 15 Monaten - solange bis der Zeitarbeitnehmer so viel verdient wie die Kollegen im jeweiligen Einsatzunternehmen. Wenn ein Projektmitarbeiter in einer Branche tätig ist, in der kein solcher zusätzlicher Tarifvertrag vereinbart ist, wird nach 15 Monaten Projektdauer der Lohn auf das Niveau der Stammbelegschaft steigen.

Und übrigens: In einigen Fällen verdienen Projektmitarbeiter sogar mehr als im jeweiligen Unternehmen Festangestellte. Das ist z.B. bei gefragten Fachkräften aus der Pflege, IT oder Ingenieursbereich der Fall, kann aber auch durch unterschiedliche Überstundenregelungen zustande kommen.

Wir empfehlen hier den Fernsehbeitrag des renommierten ARD-Magazins PlusMinus unter dem Titel "Schmuddelimage Ade - warum sich Leiharbeit für viele Beschäftigte lohnt".

 

Vorurteil 3: "Aber man liest doch immer..."

Das ist ein Punkt, den wir schwer entkräften können. Man liest so einiges, aber nicht alles ist gut recherchiert und vieles ist politisch geprägt. Hier ein paar Fakten, die Sie vielleicht noch nicht gelesen haben:

  • "Es gibt doch nur noch Stellen in der Zeitarbeit."
    Nein: Der Anteil der Zeitarbeitnehmer an der Anzahl der Gesamtbeschäftigten ist seit Jahren ähnlich und bewegt sich immer zwischen 2,5 und 3%. In Deutschland sind derzeit rund 1 Mio. Zeitarbeitnehmer beschäftigt.
  • 99 Prozent der Löhne in der Zeitarbeit tarifgebunden"Ohje, wenn ich als Zeitarbeitnehmer mal krank werde..."
    ... dann können Sie sich freuen, dass Sie in Deutschland beschäftigt sind mit einem guten Sozialversicherungssystem. Fast alle Stellen in der Zeitarbeit sind sozialversicherungspflichtig - und damit erhalten natürlich auch Projektmitarbeiter eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. (Gleiches gilt übrigens auch für bezahlten Urlaub, Mutterschutz und sämtliche anderen Rechte von Arbeitnehmern in Deutschland).
  • "Das sind doch alles prekäre Jobs."
    Unter "prekär" versteht man gemeinhin "unsicher". Projektmitarbeiter sind in aller Regel unbefristet beschäftigt, 99 Prozent erhalten einen mit den DGB Gewerkschaften vereinbarten tariflichen Lohn, wie oben schon erwähnt sind die Arbeitverhältnisse normalerweise sozialversicherungspflichtig - also alles andere als unsicher, oder was meinen Sie?

Noch nicht überzeugt? Dann kontaktieren Sie gerne unseren Personalberater in Ihrer Nähe - er wird gerne alle Fragen offen beantworten.

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