Neuer Tarifvertrag: Projektmitarbeiter dürfen sich freuen - moderate Kostensteigerungen für Kundenunternehmen

Dezember 2016
Autor: Nicole Munk


Mittwoch, 30.11.2016: Die Tarifparteien haben sich überraschend auf einen Tarifvertrag für die Arbeitnehmerüberlassung geeinigt.

In der dritten Verhandlungsrunde war es soweit: Die Verhandlungsgruppe Zeitarbeit (VGZ) konnte sich mit den DGB-Gewerkschaften, die den noch aktuellen Tarifvertrag zum 31.12.2016 gekündigt hatten, auf eine neue Vereinbarung einigen. Thomas Bäumer, Vizepräsident des BAP und Verhandlungsführer der VGZ, erklärte: „Es waren harte Verhandlungen. Um einen Tarifabschluss herbeizuführen, sind die Arbeitgeber bis an die Belastungsgrenze der Unternehmen gegangen."

Neuer Tarifvertrag ab 01.01.2017, langfristig gültig bis Ende 2019

Der neue Tarifvertrag ist gültig ab dem 01.01.2017. Er kann zum 31.12.2019 erstmals von einer der Parteien gekündigt werden. So gibt es eine langfristige Planungssicherheit für alle Beteiligten und auch eine große Transparenz über die künftige Lohnentwicklung für die Projektmitarbeiter.

"Der langfristige Abschluss erleichtert uns und vor allem unseren Kundenunternehmen die künftige Planung", so SYNERGIE-Geschäftsführerin Nicole Munk. "Wir sind froh, dass unsere Kundenunternehmen den Nutzen der Arbeitnehmerüberlassung im Bereich der Rekrutierung und der Flexibilität zu schätzen wissen und alle tariflichen und gesetzlichen Änderungen bisher und hoffentlich auch künftig mittragen."

Erste Lohnsteigerung zum 01.03.2017 - Ost-West-Angleichung im Fokus

Ein Hauptziel der Tarifverhandlungen war die Angleichung der Ost-West-Löhne in einem absehbaren Zeitraum. Deshalb steigen die Löhne in den "Neuen Bundesländern" in den nächsten Jahren überproportional, bis zur völligen Angleichung in 2021. Die Erhöhungen in Westdeutschland, orientiert an der Inflation und dem allgemeinen Wachstum, sind entsprechend moderater.

Über die erste Lohnerhöhung dürfen sich SYNERGIE-Projektmitarbeiter am 01.03.2017 freuen. Dann steigen die Löhne aller neun Entgeltgruppen um 2,5 Prozent. Während der Laufzeit sind zwei bzw. für un- und angelernte Mitarbeiter in den Entgeltgruppen 1 und 2 drei weitere Erhöhungsstufen geplant.

"Wir freuen uns natürlich für unsere Kollegen in den Projekten, die dort einen tollen Job machen, über die Tariferhöhungen", so Nicole Munk weiter. "Dennoch ist es wichtig für uns, dass der Tarifvertrag ein Kompromiss für alle Beteiligten ist. Die Belastungen für die Unternehmen müssen einigermaßen überschaubar bleiben."

Schon heute bekämen viele Projektmitarbeiter übertarifliche Zulagen oder weitere Leistungen, der Tarifvertrag sei eher als "Grund-Vergütung" zu betrachten. "Gerade qualifizierte Fachkräfte bezahlen wir nach ihrer Erfahrung und ihrem Know-How und nicht strikt nach Tarif", erläutert Personalleiter Michael Haitz. Auch in den elf Branchen mit gültigen Branchenzuschlägen verdienten Projektmitarbeiter entsprechend mehr. 

AÜG-Reform mit Höchstüberlassungsdauer und "equal pay" als weitere Neuerung in 2017

Zum 01.04.2017 tritt außerdem das reformierte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz in Kraft. Unter anderem wird die Gleichbezahlung der Projektmitarbeiter wie der vereinbarten Stammkräfte nach neun bzw. fünfzehn Monaten gesetzlich verankert. "Rund ein Viertel unserer Mitarbeiter sind länger als neun Monate im gleichen Projekt eingesetzt", so Nicole Munk. "Viele von ihnen profitieren aber bereits heute von den tariflich verankerten Branchenzuschlägen. Nur für wenige Kollegen bringt die künftige gesetzliche Regelung tatsächlich eine Änderung; für uns allerdings bedeutet sie einiges an bürokratischem Mehraufwand."

Auch die Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten sieht Munk eher skeptisch: "Etwa jeder 10. Mitarbeiter ist länger als 18 Monate im selben Kundenunternehmen vor Ort. In der Regel sind die Kollegen dort gut eingearbeitet und machen einen tollen Job. Natürlich werden wir nach 18 Monaten für so engagierte Kollegen ein neues Projekt finden - aber für Kundenunternehmen und Mitarbeiter wäre es natürlich angenehmer eine erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen und nicht durch künstliche gesetzliche Grenzen beenden zu müssen.

Der Tarifvertrag wurde zwischen den Tarifparteien vereinbart. Noch bis zum 31.01.2017 läuft allerdings die formelle Erklärungsfrist. Erst danach sind die Vereinbarungen tatsächlich offiziell wirksam.

Weitere Informationen

>> Lesen Sie hier mehr zum neuen Tarifabschluss auf der Website des iGZ.
>> Lesen Sie hier mehr zur AÜG-Reform 2017.

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