Wie sieht die Zukunft der Zeitarbeit aus?

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Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, wir alle blicken auf zwei anstrengende Jahre zurück: Viele Monate des Durchhaltens, der Hoffnung auf Besserung, der immer neuen Bestimmungen. Das hat Spuren hinterlassen, auch in der Zeitarbeit. Die New York Times hat dafür schon im April 2021 ein Wort gefunden „Languishing“, zu Deutsch: ermatten.
Immerhin gibt es Lichtblicke: Laut den jüngsten Prognosen des ifo-Institutes soll das nächste Jahr besser werden.

  • Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) steigt 2021 um 2,5 Prozent,
  • 2022 soll sogar ein Wachstum von 3,7 Prozent möglich sein.
  • Die Hoffnung aller dabei ist, dass sich die Lieferengpässe auflösen und Deutschland das verzögerte Wachstum nachholen kann.

Auch die Konjunkturumfrage des IW (Institut der deutschen Wirtschaft) spiegelt die allgemeine Zuversicht wider: Von mehr als 2.800 befragten Unternehmen erwartet fast die Hälfte für 2022 eine steigende Umsatzentwicklung, nur 15 Prozent der Firmen rechnen mit einem Rückgang. Optimistisch sind vor allem Industrie und Dienstleistungssektor. In Baden-Württemberg und Bayern, den Bundesländern mit einer starken Automobilindustrie, sind die Produktionserwartungen für 2022 besonders hoch.
Doch noch dominieren die globalen Lieferengpässe unseren Arbeitsalltag, Halbleiter und Rohstoffe gelangen nicht zu den Unternehmen in Europa. Noch immer leidet die globale Warenlogistik unter Ausfällen, weil Häfen wegen Corona-Infektionen geschlossen werden, Container nicht da sind, wo sie gebraucht werden oder Schiffe nicht auslaufen, weil Personal fehlt.

Trotz gestörter Lieferketten: Unternehmen halten an Just-in-time-Produktion fest

Die Erfahrungen der letzten Monate haben nichts daran geändert: Die meisten Unternehmen wollen an der „Just in Time“-Lagerhaltung festhalten. Laut den Volkswirten des Kreditversicherers Euler Hermes in ihrer jüngsten Welthandelsstudie ist alles andere schlicht zu kostspielig.
Als Zeitarbeitsunternehmen schaffen wir den Spagat: Einerseits beliefern wir Branchen wie die Automobilindustrie, die aufgrund der Chipkrise stark von Lieferengpässen betroffen sind und deshalb mitunter kurzfristige Produktionsstopps einlegen müssen. Andererseits erleben die Branchen Logistik und Handel einen regelrechten Boom mit einem hohen Bedarf an Arbeitskräften.

Das wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen den Branchen und die daraus resultierenden Konsequenzen versucht die Regierung abzufedern: Die Kurzarbeiterregelung wurde bis März 2022 verlängert, inklusive der Kurzarbeit für die Zeitarbeit.

Kurzarbeit parallel zum Arbeits- und Fachkräftemangel

Dabei haben wir deutschlandweit einen hohen Arbeits- und Fachkräftemangel. Er behindert bereits 43 Prozent der Unternehmen, das haben aktuell KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und ifo-Institut im Fachkräftebarometer für das vierte Quartal 2021 gemeldet. Im Sommer 2021 lag die Zahl noch bei 23,7 Prozent. Damit ist der Fach- und Arbeitskräftemangel bereits höher als zunächst erwartet.
Für die deutsche Wirtschaft bleibt die Zeitarbeit ein wichtiges Arbeitsmarktinstrument: Wir rekrutieren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, so dass unsere Kunden in der Lage sind, personelle Engpässe zu schließen und Wachstumsperioden effektiv zu nutzen. Doch das ist schwer, wenn Kandidaten fehlen.

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Fachkräfteeinwanderungsgesetz für die Zeitarbeit öffnen

Zusammen mit dem IGZ und zahlreichen Wirtschaftsinstituten fordern wir deshalb eine Öffnung des 2019 verabschiedeten Fachkräfteeinwanderungsgesetzes für die Zeitarbeit. Bisher dürfen Zeitarbeitsunternehmen keine Fachkräfte mit einer klassischen Berufsausbildung außerhalb der EU rekrutieren. Innerhalb der EU trägt SYNERGIE mit Global Cross Sourcing zur Lösung bei: Mit weltweit über 750 Niederlassungen rekrutiert die SYNERGIE-Gruppe Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen aus dem europäischen Ausland für den deutschen Markt. Quereinsteigende sind bei SYNERGIE ebenso willkommen wie die Generation 50plus, Menschen mit Migrationshintergrund oder in den Arbeitsmarkt Zurückkehrende.

All das sind große Herausforderungen für das neue Jahr, doch SYNERGIE und die Branche haben bereits 2021 gezeigt, dass sie krisenfest sind und flexibel agieren können. Nutzen wir die ruhige Zeit zwischen den Jahren, laden unseren Akku für 2022 auf und hoffen darauf, dass die New York Times im nächsten Jahr unser aller Gefühlslage mit einem positiven Wort ausdrücken wird.

Ich wünsche Ihnen allen Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2022.

Quelle:
https://www.ifo.de/node/67010
https://www.iwd.de/artikel/konjunkturprognose-hoffen-auf-2022-530055/
https://www.eulerhermes.de/presse/pressemitteilungen/studie-zum-welthandel-tauziehen-um-waren-deutschland-im-hintertreffen.html

Foto: ARTIS-Uli Deck

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