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Krankenstand

 

Deutschland zählt zu den wenigen Ländern der Welt, die ein ausgezeichnetes Gesundheitssystem haben. Das bedeutet, wer in Deutschland erkrankt, wird auch medizinisch versorgt. Im Normalfall sind für die anfallenden Kosten die Krankenkassen zuständig.

Der Krankenstand in Deutschland steigt nichtsdestotrotz in den letzten 10 Jahren stetig an. Das hat wiederum Auswirkungen auf Unternehmen, wenn ihre Mitarbeiter wegen Krankheit ausfallen.

Was ist der Krankenstand:

 

Der Krankenstand ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die krankheitsbedingte Fehlzeiten von Arbeitnehmern darstellt. Der Krankenstand berechnet sich aus den durch die Krankheit verursachten Fehlzeiten und der Soll-Arbeitszeit. Diese beiden Zahlen werden dann gegenübergestellt und berechnet. Zum einen kann der Krankenstand in Prozent errechnet werden oder der Krankenstand wird in Tagen angegeben.


Krankenstand in Deutschland und die Entwicklung:

 

Im Jahr 2006 waren die Deutschen im Schnitt 11,5 Tage krankgeschrieben. Dieser Wert steigt jedoch von Jahr zu Jahr und lag 2017 bereits bei 17,4 Kalendertagen. Es muss allerdings differenziert werden zwischen Alter, Krankheitsdauer, Branche, Diagnose sowie Region.

Das Alter hat auf die Dauer der Genesung starke Auswirkungen, aber auch körperliche Verschleißerscheinungen oder schwerwiegende Erkrankungen treten im Alter häufiger auf, weshalb der Krankenstand im Alter deutlich höher ist. Junge Angestellte werden zwar häufiger krankgeschrieben, aber sind grundsätzlich auch schneller wieder gesund und einsatzbereit.


Der Krankenstand im internationalen Vergleich:

 

Die schon etwas in die Jahre gekommenen, aber dennoch aufschlussreichen Zahlen aus dem Jahr 2001 wiesen auf, dass Frankreich den höchsten Krankenstand in Prozent hatte. Dieser Wert lag bei 7,2%. Danach folgte Polen mit 7,0%. Deutschland lag mit 4,2% im unteren Bereich. Einen niedrigeren Krankenstand als Deutschland hatte noch das Vereinigte Königreich mit 3,7%, Finnland mit 3,6%, Belgien mit 3,3% oder die USA mit 2,0%. Im Jahr 2007 lag der Krankenstand in Deutschland bei 3,2%, was der niedrigste Wert der vergangenen Jahre ist. Im Jahr 2018 stieg dieser wieder auf 4,3%.


Der Krankenstand in verschiedenen Branchen:

 

Es gibt große Branchenunterschiede in Bezug auf die Dauer der Krankmeldungen. Spitzenreiter sind die Postdienste mit einer durchschnittlichen Anzahl von 26,4 Tagen pro Jahr. Am geringsten ist der Krankenstand im Bereich Forschung mit lediglich 5 Fehltagen pro Jahr.


Eine der häufigsten Ursachen für Krankheitsausfälle sind laut dem Institut der deutschen Wirtschaft  Muskel-Skelett Erkrankungen, wie z.B. Rücken, Schulter und Nackenprobleme, aber auch Erkrankungen des Atmungssystems. Zu den häufigsten Ursachen zählen aber auch Krankheitsausfälle die auf psychische Ursachen zurückzuführen sind. Diese haben sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Diese psychischen Ursachen haben Auswirkungen auf die Produktivität der Arbeitnehmer während der Arbeitszeit. Ein hoher Krankenstand im Unternehmen bedeutet auch Verluste. Die durchschnittlichen 17,4 Fehltage auf jeden Arbeitnehmer, bedeuten insgesamt rund 675 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage in einem Jahr. Diese Fehlzeiten verursachen Produktionsausfälle von 133 Milliarden Euro. 


Wie kann man den Krankenstand im Betrieb verringern oder vorbeugen?

 

Die eigene Gesundheit kann durch gesunde Ernährung und Bewegung gefördert werden.  Selbst am Arbeitsplatz können tägliche Übungen und Anti Stress Maßnahmen fit halten. Verschiedene Studien belegen auch, dass die Gesundheit von Arbeitnehmern im Unternehmen besser ist, wenn diese unterstützt werden regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen. Somit kann der Krankenstand langfristig und nachhaltig gesenkt werden.

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