Branchenzuschlagstarifverträge neu verhandelt

November 2017
Autor: Michael Haitz


Neben dem "allgemeinen" Tarifvertrag in der Arbeitnehmerüberlassung, dem iGZ-DGB-Tarifvertrag, gelten bereits seit fünf Jahren die sogenannten "Branchenzuschlagstarifverträge". Diese regeln Zuschläge in der Vergütung von Projektmitarbeitern, die in bestimmten Branchen im Einsatz sind.

 

Branchen mit Branchenzuschlagstarifverträgen

Allgemeine Regelungen bei den Branchenzuschlagstarifverträgen

Die Branchenzuschlagstarifverträge sehen eine stufenweise Lohnsteigerung durch prozentuale Aufschläge auf den „Grundlohn“ vor je nach Einsatzdauer (erste Stufe nach 4 bzw. 6 Wochen im Projekteinsatz), also je besser eingearbeitet der Projektmitarbeiter ist. Basis für die Berechnung ist immer der aktuell gültige Tarifvertrag (iGZ-DGB).

Die Höhe des Zuschlags richtet sich nach der jeweiligen Branche und der dort tariflich vereinbarten Vergütungsstruktur. Ziel ist nämlich immer die Angleichung des Lohns der Projektmitarbeiter an den der Stammbelegschaft.

 

Neuerungen seit 2017

Bereits vor der Sommerpause wurde für die Metall- und Elektroindustrie der Branchenzuschlagstarifvertrag neu abgeschlossen. Eine Neuverhandlung war auch nötig geworden, um den Regelungen im reformierten Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) 2017 Rechnung zu tragen.

Diese Regelungen gelten im Wesentlichen für alle Branchen mit Branchenzuschlagstarifverträgen:

  • Beispiele von BranchenzuschlägenSechste Zuschlagssstufe nach 15 Monaten
    Bislang waren fünf Zuschlagsstufen vorgesehen: die erste nach 4 bzw. 6 Wochen, die letzte nach 9 Monaten Einsatzdauer. Neu kommt eine sechste Zuschlaggstufe (ab 01.01. bzw. 01.07.2018) hinzu nach einer Einsatzdauer von 15 Monaten. Diese bildet das gesetzlich vorgegebene "equal pay" ab, also die Gleichbezahlung des Projektmitarbeiters mit der Stammbelegschaft.
    Die Höhe des Zuschlags variiert natürlich je nach Branche.

  • Veränderte "Deckelungsregelung"
    Es gilt aber auch der Grundsatz, dass ein Projektmitarbeiter nicht mehr verdienen soll als ein vergleichbarer Mitarbeiter der Stammbelegschaft im Betrieb. Um dies - v.a. bei nicht tarifgebundenen Einsatzbetrieben - sicherzustellen, ist in den Tarifverträgen wie bisher eine entsprechende Klausel zur Deckelung der Vergütung der Projektmitarbeiter enthalten. Entsprechend der Anforderungen des AÜG ist aber auch bei einer Deckelung spätestens nach 6 Wochen ein Zuschlag zu zahlen.

  • Zuschläge bei höher qualifizierten Projektmitarbeitern neu eingeführt
    In den bisherigen Branchenzuschlagstarifverträgen galten teils die Zuschläge nur bei Projektmitarbeitern mit Ausbildung oder im angelernten Bereich. Projektmitarbeiter mit z.B. Meister / Techniker oder akademischer Ausbildung haben je nach Branche keine Zuschläge erhalten. In einigen Branchen fallen hier künftig neu ebenfalls Branchenzuschläge an.

 

Die neu verhandelten Tarifverträge gelten rückwirkend zum 01.04.2017, einige Regelungen werden aber durch Übergangsfristen erst im Laufe des Jahres 2018 wirksam. Die Branchenzuschlagstarifverträge haben eine Laufzeit bis Ende 2020.

 

Ergänzender Hinweis der Vollständigkeit halber: Der Branchenzuschlagstarifvertrag für den Eisenbahn-Bereich wurde derzeit noch nicht verhandelt. Hier gelten noch die "alten" Regelungen mit z.B. fünf Zuschlagsstufen.

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