Neuer Tarifabschluss für Branchenzuschläge in der Metall- und Elektroindustrie vereinbart

June 2017
Autor: Michael Haitz


Am 31.05. lief die Erklärungsfrist für die Tarifparteien IG Metall und VGZ (Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit bestehend aus den Arbeitgeberverbänden iGZ und BAP) für den neuen Abschluss über Branchenzuschläge für Zeitarbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie ab. Damit gilt der neue BZ TV M+E rückwirkend ab 01.04.2017. Wesentliche Änderungen werden aber erst zum 01.01.2018 wirksam.

 

Branchenzuschlags-Tarifvertrag M+E als „Blaupause" für andere Branchen erwartet

Aktuell gelten in elf Branchen tariflich festgelegte Branchenzuschläge. Sie sehen eine stufenweise Lohnsteigerung vor durch prozentuale Aufschläge auf den "Grundlohn" nach einer bestimmten Einsatzdauer im jeweiligen Betrieb. Basis ist dabei immer der aktuell gültige zwischen DGB-Gewerkschaften und iGZ geschlossene Tarifvertrag für Projektmitarbeiter. Die Erhöhung erfolgt bislang in fünf Stufen: die erste Stufe nach vier bis sechs Wochen je nach angewandtem Tarifvertrag, die letzte nach 9 Monaten. 

Durch das reformierte AÜG war eine Anpassung der Branchenzuschläge nötig geworden. Laut AÜG sind diese tariflich vereinbarten Zuschläge anstelle kompliziert zu berechnender Einzelvergütung gemäß „equal pay" nur unter bestimmten Bedingungen zulässig. Diese werden im neuen Tarifabschluss berücksichtigt. Es wird erwartet, dass in Verhandlungen für andere Branchen nachgezogen wird. Angekündigt wurde im BZ TV M+E die Verhandlung für die IT und Kommunikationstechnologie.

 

Sechste Stufe nach 15 Monaten als „equal pay“

Zusätzlich zu den fünf bislang geltenden Erhöhungsstufen - die bislang letzte nach neun Monaten und in der Metall- und Elektroindustrie in Höhe von 50 Prozent - wird es ab 01.01.2018 eine sechste Stufe geben. Diese entspricht dem im AÜG geforderten equal pay nach 15 Monaten.

In der Metall- und Elektroindustrie bedeutet das einen Zuschlag nach 15 Monaten von 65 Prozent auf den Grundlohn.

 

Veränderungen bei der Deckelung

Allerdings soll ein Projektmitarbeiter nicht mehr verdienen als ein vergleichbarer Mitarbeiter der Stammbelegschaft im Unternehmen. Um dies - v.a. bei nicht tarifgebundenen Unternehmen - sicherzustellen, gilt weiterhin eine entsprechende Klausel zur Deckelung der Vergütung der Zeitarbeitnehmer, auf die sich das Einsatzunternehmen berufen kann. Allerdings kann diese Deckelung ab dem 01.01.2018 erst nach der ersten Branchenzuschlags-Stufe greifen (bis 31.12.2017 gilt die bisherige Regelung).

Konkret erhalten Projektmitarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie nach 6 Wochen Einsatzdauer künftig aber immer einen Zuschlag. Erst dann kann bei entsprechenden Vergleichslöhnen der Stammbelegschaft die potentielle künftige Lohnsteigerung gedeckelt werden.

 

Weitere Regelungen

Um eine Vereinbarkeit mit dem AÜG sicherzustellen, wird außerdem zukünftig für die Berechnung der Einsatzdauer, Unterbrechungszeiten etc. das Einsatzunternehmen und nicht mehr der Einsatzbetrieb herangezogen. Ebenso gilt auch hier die Unterbrechungszeit von 3 Monaten. Der Tarifvertrag tritt rückwirkend zum 01.04.2017 in Kraft und kann frühestens zu Ende 2020 gekündigt werden.

 

Für Rückfragen steht Ihnen gerne Ihr Personalberater zur Verfügung. 

Information teilen:

Facebook twitter Google+ XING linkedin

Kommentar senden

Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Wenn Sie den Code nicht lesen können, klicken Sie bitte auf den Code, um einen neuen zu generieren.
 

Besuchen Sie uns auf unseren Social Media Seiten und vernetzen Sie sich mit uns:

nach oben
Job finden Initiativ bewerben Kontakt aufnehmen